Kirchen-ABC

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

A wie Abendmahl
Abendmahl feiern wir regelmässig im Gemeindegottesdienst. Meistens werden dabei Brot und Wein in grosser Runde um den Altar stehend ausgeteilt. Nach unserem Verständnis lädt uns Jesus Christus im Abendmahl zur Vergebung und zur Gemeinschaft ein. Daher sind bei uns alle Christen, auch die aus anderen Konfessionen, herzlich zum Abendmahl eingeladen. Kinder können bei uns ebenfalls am Abendmahl teilnehmen. Sie erhalten statt Wein Traubensaft.

B wie Bestattung und andere kirchliche Feiern
Die Bestattung oder auch Abdankung steht für die sogenannten Amtshandlungen. Zu den wichtigen Anlässen des Lebens, bei Taufen, Hochzeiten oder Todesfällen, möchten wir besonders für Sie da sein und Sie begleiten:

Die Taufe steht am Anfang unseres Weges als Christinnen und Christen und sagt uns „auf den Kopf“ zu, dass wir Gottes Kinder sind. Meistens werden Säuglinge oder kleine Kinder getauft. Aber auch bei der Konfirmation oder als Erwachsener kann man sich taufen lassen.

Mit der Taufe nehmen wir Menschen in die weltweite Gemeinschaft der Christinnen und Christen auf, daher finden bei uns Taufen im Gemeindegottesdienst statt und sind an fast allen Sonntagen möglich. Als Erinnerung und Zeichen der Taufe schenken wir jedem Täufling eine Taufkerze.

In einem Taufgespräch mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin bereiten wir gemeinsam die Taufe vor. Die Eltern werden gebeten, einen Bibelvers als Taufspruch für ihr Kind auszusuchen. Dabei oder bei anderen Fragen zur Taufe helfen wir Ihnen selbstverständlich gerne.

Auch Hochzeitsfeiern gestalten wir mit Ihnen festlich. Verabreden Sie mit Ihrem Pfarrer oder Ihrer Pfarrerin einen Termin für ein "Traugespräch", dann können wir Einzelheiten miteinander besprechen. Wenn Ihr Partner/Ihre Partnerin einer anderen Konfession angehört, kann die Trauung „ökumenisch“ gestaltet werden, d.h. Pfarrer beider Konfessionen wirken dabei mit. Solche „konfessionsverbindenden“ Ehen sind ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Kirchen mehr verbindet als sie trennt.

Bei einem Trauerfall ist Vieles zu bedenken. Wir möchten Sie besonders jetzt seelsorgerlich begleiten, wenden Sie sich daher an Ihren Pfarrer/Pfarrerin. Für die Gestaltung der Abdankung gibt es verschiedene Möglichkeiten, die wir am Besten in einem Gespräch miteinander klären. Abdankungen können in unserer Evangelischen Kirche stattfinden oder in der Wohnortgemeinde in den katholischen Pfarrkirchen. Auch Aussegnungsfeiern zu Hause oder in der Aufbahrungshalle auf dem Friedhof sind möglich, wenn Sie es wünschen.

C wie Choral
In unserer Kirche ist das Gesangbuch der evangelisch-reformierten Kirchen der Schweiz in Gebrauch. Auch moderne geistliche Lieder werden im Gottesdienst gerne gesungen. Seit einigen Jahren führen wir einmal im Jahr ein „Gospelprojekt“ durch – zeitlich befristet probt ein Projektchor fetzige Gospels und Spirituals zur Aufführung im Gottesdienst.

D wie Dialog
Als evangelische Minderheit suchen wir stets neu nach Möglichkeiten zum Dialog.

Regelmässig laden wir darum Referenten zu Vorträgen und Diskussionen über aktuelle Themen in den „Treffpunkt“ ein. Die nächsten Termine finden Sie hier.

Vor einigen Jahren hat Pfarrer Dr. André Ritter das „Europäische Institut für interkulturelle und interreligiöse Forschung“ gegründet (www.europaeisches-institut.li). Dieses Institut ist unabhängig von der Evangelischen Kirche, arbeitet aber mit dieser zusammen.

E wie Evangelische Kirche im Fürstentum Liechtenstein
Das Fürstentum Liechtenstein ist ein traditionell katholisches Land und in der Verfassung wird der römisch-katholische Glaube als Staatsreligion bezeichnet. Ungefähr acht Prozent der Einwohner Liechtensteins sind aber evangelisch, das sind rund 2800 Personen. Wir sind also eine Kirche in der Minderheit, zu der Evangelische aus allen 11 Gemeinden im Land von Balzers bis Ruggell gehören. Die meisten unserer Mitglieder sind nicht liechtensteinische Staatsbürger, sondern als gefragte Arbeitskräfte für Industrie, Handel und Banken ins Land gekommen - wie Sie vielleicht auch. Ein Merkmal unserer Kirche ist also die unterschiedliche Herkunft ihrer Mitglieder, sowohl was die Nationalität, als auch die evangelische Prägung (reformiert, lutherisch, uniert) angeht. Für diese unterschiedlichen Menschen Kirche zu einer Heimat werden zu lassen, ist uns ein besonderes Anliegen.

Unsere Kirche ist vereinsrechtlich organisiert; sie steht unter dem Patronat der reformierten Kirche des Kantons St.Gallen. Aber anders als in der Schweiz oder in Deutschland sind evangelische Bewohner Liechtensteins nicht automatisch Mitglied der Evangelischen Kirche, sondern sie müssen ihre Mitgliedschaft ausdrücklich erklären. Als Verein erhalten wir auch keine Mitteilung über neuzugezogene Evangelische und würden uns daher freuen, wenn Sie den ersten Schritt auf uns zu machen.

F wie Forum
Das "Evangelische Forum" ist das Mitteilungsblatt unserer Kirche und erscheint fünf Mal jährlich. Sie finden darin alle aktuellen Informationen über unsere Kirche. Wir schicken Ihnen das „Evangelische Forum“ gerne zu. Die aktuelle Ausgabe finden Sie hier

G wie Gottesdienst
Der Gottesdienst steht im Zentrum unseres Gemeindelebens. Wir feiern ihn sonntags um 10 Uhr in der Evangelischen Kirche im Ebenholz. (siehe Lageplan). Mit unterschiedlichen Gottesdienstformen (z.B. Gottesdienst im Grünen oder Gottesdienste zu bestimmten Anlässen und Themen) versuchen wir, möglichst viele Menschen anzusprechen. Möglichkeiten, einander besser kennen zu lernen, gibt es zum Beispiel beim anschliessenden „Kirchenkaffee“ oder während gemeinsamer Mittagessen.

Seit einiger Zeit feiern wir viermal im Jahr einen „Mosaikgottesdienst“ für Erwachsene und Kinder. Diese Gottesdienste zeichnen sich durch eine besondere Vielfalt aus und werden von einem Mitarbeiterteam vorbereitet. Während der Predigt wird für die Kinder ein besonderes Programm angeboten.

Für die Jüngsten gibt es den Kindergottesdienst ungefähr einmal im Monat um 11 Uhr. Wir gestalten ihn gemeinsam mit der Pfarrei St. Florin als ökumenische Gottesdienste für Kinder aller Konfessionen abwechselnd in der Pfarrkirche Vaduz und in unserer Kirche. Der Kindergottesdienst dauert eine gute halbe Stunde und ist auf das Alter der Kinder abgestimmt. Die aktuellen Termine finden sie hier .

H wie HEKS
Über das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz (kurz HEKS) unterstützen wir Entwicklungs- und Hilfsprojekte in verschiedenen Teilen der Welt. Ein besonderer Schwerpunkt ist dabei die Hilfe zur Selbsthilfe. Das HEKS ist mit dem ZEWO-Gütesiegel für gemeinnützige, Spenden sammelnde Organisationen ausgezeichnet und bürgt dafür, dass unsere Spenden bei den Bedürftigen ankommen und sinnvoll verwendet werden (www.heks.ch).

I wie Informationen
Die neusten Informationen über unsere Kirche sowie Gottesdienste und Veranstaltungen finden Sie hier im Internet oder in unserem Mitteilungsblatt “Evangelisches Forum“.

J wie Jugend
Nicht für die Jugend, sondern mit ihnen wollen wir Kirche gestalten. Darum ermutigen wir Kinder und Jugendliche, unsere Kirchgemeinde zu erleben und mitzugestalten. Möglichkeiten dazu sind Jugendfreizeiten, z.B. nach Italien, oder Gottesdienste für und mit Jugendlichen.
Kinder sind alle 14 Tage am Freitagnachmittag eingeladen zum Kindertreff, bei dem Spielen und Basteln nicht zu kurz kommen, oder zum jährlichen Kinderbibeltag. Hintergrund dieser Angebote ist für uns die Überzeugung, dass religiöses Lernen erfahrungsbezogenes Lernen ist.

K wie Kassier
Der Kassier hat eine wichtige Aufgabe in unser Kirche, denn er verwaltet die Gelder, stellt den Haushaltsplan auf und führt die Buchungen aus. Und das alles im Ehrenamt!

Die besondere Struktur unserer Kirche als Verein zeigt sich auch bei der Aufstellung des Budgets. Anders als die Kirchen zum Beispiel in der Schweiz oder in Deutschland erhalten wir keine Kirchensteuer. Darum bitten wir unsere Mitglieder einmal im Jahr um einen freiwilligen Mitgliedsbeitrag. Unsere Empfehlung: Er sollte ungefähr 10 Prozent der Landessteuer betragen. Aber, wie gesagt, das sind freiwillige Abgaben, mit denen wir ungefähr die Hälfte unserer Ausgaben decken können. Daneben erhalten wir Zuschüsse vom Land und von den politischen Gemeinden Liechtensteins.

L wie Lutherische Kirche
In Liechtenstein gibt es zwei evangelische Kirchen. Die Johanneskirche der Evangelisch-lutherischen Kirchgemeide steht in Vaduz in der Schaaner Strasse (www.luth-kirche.li). Beide Kirchen stehen in guter Nachbarschaft zueinander. Regelmässige gemeinsame Anlässe sind der Gottesdienst zum Reformationsfest oder die Feier der Osternacht.

M wie Miteinander und Füreinander
Wir sind in gutem Miteinander mit den anderen Institutionen Liechtensteins, die sich das Füreinander zur Aufgabe gemacht haben, wie zum Beispiel mit der Familienhilfe oder dem Roten Kreuz. Wer neu nach Liechtenstein kommt, für den ist die Fülle der verschiedenen Organisationen manchmal verwirrend. Darum: Wenn Sie Fragen haben, Rat oder Hilfe brauchen, dann rufen Sie uns an. Wo wir können, helfen wir Ihnen gern weiter, oder wir vermitteln Sie an eine der anderen Hilfsorganisationen in Liechtenstein.

N wie Nichtchristen
Wir sind aufgeschlossen für Menschen, die sich nicht als Christen verstehen. Deshalb sind Atheisten, Kirchenfremde oder auch Angehörige anderer Religionen in unserer Kirchgemeinde willkommen. Besonders das Gespräch mit Muslimen liegt uns am Herzen. So treffen sich z.B. Mitglieder des türkischen Frauenvereines regelmässig in unseren Räumen. Auch gemeinsame Friedensgebete mit Vertretern der islamischen Gemeinschaft haben in unserer Kirche schon stattgefunden.

O wie Ökumene
Kirche ist immer auch ökumenisch, denn wörtlich übersetzt bezeichnet Ökumene „den ganzen bewohnten Erdkreis“. Christen blicken daher über den eigenen Tellerrand. Darum ist auch unsere Kirche in ein Netzwerk ökumenischer Beziehungen eingebunden. So sind wir Mitglied der Konferenz Europäischer Kirchen (www.cec-kek.org), der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (www.leuenberg.net ) und über den Schweizer Evangelischen Kirchenbund des Ökumenischen Rates der Kirchen (www.oikoumene.org) Auch vor Ort bemühen wir uns um eine gute Nachbarschaft mit den anderen christlichen Konfessionen. Immer wieder gestalten wir gemeinsame ökumenische Anlässe, besonders in der Gebetswoche zur Einheit der Christen, die alljährlich im Januar begangen wird.

P wie Präsident
Der Präsident leitet die Sitzungen des Kirchenvorstands sowie die Gemeindeversammlung und repräsentiert die Gemeinde nach aussen. Unter der Leitung ihres Präsidenten hat sich unsere Kirche ein Leitbild erarbeitet. Darin heisst es unter anderem: „Die Evangelische Kirche im Fürstentum Liechtenstein ist eine Gemeinschaft von Menschen, die sich auf die Verheissung des Evangeliums ausrichtet. Die Vielfalt der Gemeinschaft zeigt sich in den unterschiedlichen Lebensaltern, Bedürfnissen und Begabungen der Gemeindeglieder“.

Auch unsere Verantwortung als Kirche für die Einhaltung der Menschenrechte, für Freiheit und Frieden und einen achtsamen Umgang mit der Schöpfung haben wir in unserem Gemeindeleitbild verankert.

Zugegeben, das sind hohe Ziele. Aber uns war wichtig, schon in der Präambel unserer Gemeindeordnung deutlich zu machen, dass wir als Kirche wach sein möchten für gesellschaftliche und politische Fragen.

Q wie Querdenken
... ist erwünscht in unserer Kirche. Querdenken ist von Sich-querlegen zu unterscheiden.

R wie Revisoren
Die Revisoren werden von der Gemeindeversammlung gewählt. Sie kontrollieren sorgfältig, ob wir mit dem uns anvertrauten Geld korrekt umgehen.

S wie Senioren
Wer rastet, der rostet - darum treffen sich wöchentlich ältere Menschen in unserer Gemeinde zum Turnen und anschliessenden Kaffeetrinken. Mehrmals im Jahr werden Begegnungsnachmittage mit abwechslungsreichem Programm angeboten. Und zu den Geburtstagen wird an die Senioren und Seniorinnen unserer Kirche mit einem Briefgruss und auf Wunsch auch einem persönlichen Besuch besonders gedacht. Dafür gibt es seit einigen Jahren eine eigene Gruppe ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

T wie Treffpunkt
In unserem Gemeindehaus trifft man sich: Zum Apéro nach dem Gottesdienst, zum gemeinsamen Kochen und Essen, für Besprechungen oder auch zum kirchlichen Unterricht. Hier finden Gemeindekreise, Diskussionsveranstaltungen, Vorträge und auch regelmässig Turngruppen statt. Darum nennen wir unser Gemeindehaus Treffpunkt.

U wie Unterricht
An den Schulen im Fürstentum Liechtenstein wird evangelischer Religionsunterricht erteilt. Dies geschieht durch speziell ausgebildete Katechetinnen und Katecheten. Durch unsere besondere Situation als Minderheit in Liechtenstein werden häufig Schüler aus mehreren Klassen zum gemeinsamen Unterricht zusammengefasst. An den weiterführenden Schulen können die Schülerinnen und Schüler zwischen den Fächern „Evangelische Religionslehre“ und „Religion und Kultur“, das sich als überkonfessionell versteht, wählen.

Für die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen bieten wir einen Präparandenunterricht an. Dieser dient zur Vorbereitung auf den Konfirmandenunterricht und findet ausserhalb der Schulzeit statt.

Der Konfirmandenunterricht (oder auch kurz KU genannt) dauert ungefähr ein dreiviertel Jahr und endet mit der Konfirmation in unserer Kirche am Pfingstsonntag. Zum Unterricht eingeladen sind alle Schülerinnen und Schüler der dritten Klassen der weiterführenden Schulen. Es hat sich bewährt, den Unterricht einmal monatlich samstags von 10 bis etwa 15 Uhr im "Treffpunkt" stattfinden zu lassen. Nicht nur das gemeinsame Mittagessen an den Konfirmandentagen, auch die Wochenendfreizeiten dienen dem besseren Kennenlernen in der Gruppe und zeigen, dass unser KU nicht einfach stures Lernen ist.

V wie Vaduzer Predigt
Seit vielen Jahren ist die „Vaduzer Predigt“ eine Institution: Einmal im Jahr laden wir einen prominenten Gast aus Wissenschaft oder Kultur ein, in unserer Kirche zu predigen. Prediger der letzten Jahre waren u.a. die Islamwissenschaftlerin Annemarie Schimmel, der Künstler Gottfried Honegger, der Musiker Andreas Vollenweider, der Schriftsteller Adolf Muschg oder der Politiker Heiner Geissler. Vaduzer Prediger 2008 ist der Dirigent Franz Welser-Möst.

W wie Wo und wie können Sie sich bei uns einbringen?
Sind Sie neugierig geworden? Dann schauen Sie doch einmal bei uns herein, zum Gottesdienst oder zu den anderen Gemeindeveranstaltungen. Es interessiert uns, was Sie denken. Für Anregungen oder Vorschläge möchten wir offen sein. Denn nur mit vielen aktiven Mitgliedern können wir Kirche lebendig gestalten. Darum geht es weiter mit ...

XYZ
Hier ist nun Platz für Ihre eigenen Stichworte (Fragen und Wünsche an uns). Ein kurzer Anruf unter Tel. 00423 / 232 21 42, Fax 00423 / 232 21 12 oder Email an genügt.