Religionsunterricht

Die Durchführung des Religionsunterrichts wird von den Schulen gewährleistet. Die inhaltliche Verantwortung für den konfessionellen Religionsunterricht aber liegt bei den Kirchen.

Dennoch geht es im Evangelischen Religionsunterricht nicht um Missionierung, nicht um Werbung für die eigene Konfession, die eigene Kirche. Der schulische Religionsunterricht bleibt offen auch für diejenigen, die einer anderen Kirche, einer anderen Konfession oder auch selber keiner Religionsgemeinschaft angehören.

Die Inhalte sind zwischen der Kirche und dem Schulamt abgesprochen und im Lehrplan festgehalten.

Woher ich komme, wozu ich bin, wohin ich gehe – das sind wesentliche Fragen des Menschen. Der Evangelische Religionsunterricht versteht sich angesichts dieser Fragen nicht als Träger zeitloser, aber grenzenlos gültiger Wahrheiten. Aber er steht in der Tradition der Reformation, in der die bedingungslose Zuwendung Gottes zu jedem einzelnen Menschen in den Mittelpunkt kirchlicher Verkündigung trat.

Nicht weil es heute angeblich selbstverständlich wäre, wohl aber dieser eigenen Grundlage wegen lehrt der Evangelische Religionsunterricht die eigenen Wurzeln zu schätzen, aber auch und gerade so den Respekt vor der Würde jedes Andersdenkenden zu wahren.

Deshalb geht es im Evangelischen Religionsunterricht um eine altersgemässe Auseinandersetzung mit wesentlichen Lebensfragen, das Kennenlernen der eigenen Traditionen, aber auch die Begegnung mit anderen Lebens- und Glaubensanschauungen.

Der Umstand, dass dies im gesellschaftlichen Umfeld Liechtensteins aus der Situation einer kleinen Minderheit heraus geschieht, sollte gerade den Evangelischen Religionsunterricht um so mehr zu einem unverzichtbaren Bestandteil schulischen Lernens machen.